Akt-Foto-Workshop-Besuch Pro und Contra

Hallo zusammen,
da ich ein Quereinsteiger in der Fotografie bin habe ich viel „learning by doing“ hinter mir. Darunter fallen auch zahlreiche Besuche von Seminaren oder auf Neudeutsch Workshops. Diese werden meist von erfahreneren Fotografen veranstaltet, die dann gegen eine fällige Teilnahmegebühr alles organisatorische wie Modell und Location buchen. Heute möchte ich Euch einmal aus meinen Erfahrungen zu dem Für und Wieder der Teilnahme an einem solchen Fotoworkshop berichten.

Pro

  • Man bekommt professionelle Modells vor die eigene Linse die, ohne schon vorhandene gute eigene Referenzbilder, eine Buchungsanfrage für ein Einzelshooting abgesagt hätten.
  • Es stehen einem Shootinglocations zur Verfügung zu denen einem selbst in Eigenregie der Zutritt verwehrt gewesen wäre.
  • Im praktischen Doing wird einem von einem fähigen und willigen Workshopleiter das Wissen und Know How besser und einfacher vermittelt als beim Lesen von Artikeln oder Büchern.
  • Der Spassfaktor ist höher. Es wird in einer Gruppe von Gleichgesinnten und teils „alten Bekannten“ fotografiert was oft eine gemütlichere lustigere Atmosphäre entstehen lässt.
  • Networking… An den Workshops selbst können weiterführende Kontakte geknüpft werden. Zu den Locationinhabern die einem dann, nachdem man nun persönlich bekannt ist, ihre Location evtl. auch für ein Einzelshooting zur Verfügung stellen. Das Modell steht, nach positiv verlaufendem Workshop, vieleicht auch für Einzelbuchungen zur Verfügung. Oder es ergeben sich vorteilhafte Kontakte zu anderen Workshopteilnehmern.
  • Es ist kein eigenes Equipment wie Blitztechnik oder Reflektoren notwendig, da dies vom Veranstalter gestellt wird.
  • Ist man noch blutiger Anfänger und es ist evtl. noch zusätzlich das erste Aktshooting wäre der Druck und die Verantwortung alleine zu hoch. Hier ist man gut beraten zuerst im Workshop Erfahrungen und Wissen zu sammeln und anschliessend im Shooting in Einzelregie umzusetzen.

Contra

  • Man ist in den Ergebnissen massiv von dem veranstaltenden Workshopleiter abhängig. Hat dieser nicht die notwendige Kompetenz oder möchte sein Wissen nicht weitergeben, hat ein schlechtes Modell gebucht oder die Location entspricht nicht den Erwartungen bleibt der nachhaltige Erfolg beim Workshopbesuch aus.
  • Man hat selbst keine einzigartigen Bilder. Eine Abgrenzung der eigenen Bilder zu denen der anderen Teilnehmer ist nur noch durch Perspektive, Bildschnitt und Nachbearbeitung möglich.
  • Die Kosten für einen Workshopbesuch belaufen sich, nach meinen Erfahrungen, von ca. 100€ bis 250€. Zusätzlich Fahrtkosten zum Workshop und evtl. Übernachtungskosten. Für ein Fotoshooting in Eigenregie wären jedoch auch Kosten entstanden, die auch nicht deutlich geringer gewesen wären.
  • Workshopbilder tragen bei manchen Personen teils einen schlechten Beigeschmack. Nach dem Motto: „auf dem Workshop kann das ja jeder…“
  • Gewöhnlich wird das Modelrelease (zur Vereinbarung der Verwendungsrechte) vom Veranstalter gestellt und beinhaltet nur die „nichtkommerzielle“ Verwendung der gemachten Bilder. Dies kann recht schnell zum Problem werden, ein gewonnener Fotowettbewerb mit tollem Sachpreis, eine Magazinveröffentlichung mit kleiner Bezahlung…  …vermutlich schon mit einem Bein eine kommerzielle Verwendung.
  • Ist man selbst schon sehr kompetent und erfahren hält sich der Lernerfolg in Grenzen.
  • Die Qualität eines Workshops kann im Vorhinein schlecht am Workshopangebot und der Workshopausschreibung festgestellt werden. Manche im Vorhinein hochwertig wirkende Workshopsausschreibungen entwickeln sich später während der Teilnahme als Flop.
  • Von Workshops an denen die Anzahl der teilnehmenden Fotografen eher groß ist und die Hemmungen des gebuchten Modells eher klein gepaart mit einer unmissverständlichen Profitgier des Veranstalters sollte man Abstand halten.

Fazit

Beispielbild eines Workshopbesuches

Beispielbild eines Workshopbesuches

Aus meiner Sicht ist ein Besuch eines Fotografieworkshops durchaus nützlich. Allerdings sollte man sich einige Zeit nehmen sich den richtigen herauszusuchen.
Als allererstes würde ich mir die Bilder des Workshopleiters anschauen. Treffen diese meine persönlichen Vorlieben und Ansichten eines guten Bildes? Zeigen diese die notwendige Kompetenz einen Workshop zu leiten?
Zusätzlich recherchiere ich nach Erfahrungsberichten von Teilnehmern vergangener Workshops.
Weitere Faktoren sind dann natürlich das teilnehmende Modell, die Aufnahmebereiche welche im Workshop abgedeckt werden und die Location an der der Workshop durchgeführt wird sowie die Kosten der Teilnahme.
Passt dies alles stehen die Chancen gut, dass der Workshopbesuch zum Erfolg führt.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Workshopbesuchen? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

LG
Tobias

P. S.
Habt ihr schon den Artikel zu meiner Bildserie „Steppennymphe“ gesehen? Die Erfahrungen und das Wissen aus den Workshopbesuchen habe ich hier im Einzelshooting umgesetzt…

 

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